Wie mache ich mich als Fotograf selbständig?

Was oft als Hobby mit der ersten Kamera oder sogar dem Smartphone anfängt, kann bei entsprechender Passion und Motivation schnell zu einer lukrativen Einnahmequelle werden. Um so besser, wenn Geld mit etwas verdient werden kann, mit dem ohnehin gerne die eigene Zeit verbracht wird. Will der Fotograf aber den mutigen Schritt in die Selbständigkeit wagen, gibt es einige Dinge zu beachten, um typische Fehler zu vermeiden.

1. Wie geht man am besten vor?

In jüngerem Alter, bei Schuldenfreiheit und insgesamt nur geringen Ausgaben, kann mit der Selbständigkeit frühzeitig begonnen werden. In diesem Fall kann direkt der Sache nachgegangen werden, die das Kerngeschäft darstellt. Die eigene Fotografie und weitere wichtige Fähigkeiten werden somit schneller und früher besser, statt einen Großteil des Tages in seinem alten Job festzusitzen. Wichtig ist, die eigenen Lebenshaltungskosten zu ermitteln und auf deren Basis zu bestimmen, wie viel Geld einem die eigene Arbeit wert ist. Im Gegensatz zum Angestellten muss diese Aufgabe selbst bewältigt werden.

2. Auf was muss besonders geachtet werden?

Zumal am Arbeitsort zahlreiche Unfälle passieren können, sollte eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Ansonsten kann bei unabsichtlich zugefügtem Schaden durch den Fotografen ein finanzieller Verlust entstehen, den er selber tragen müsste. Wie bei Fällen der privaten Haftpflicht kann auch dieser massiv ausfallen und ohne Versicherung nur schwer ausgleichbar sein.

3. Gewerbe oder Freiberufler – was ist besser?

Ein Thema, das oft Unsicherheiten verursacht. Ein Freiberufler muss im Gegensatz zum Gewerbe keine Gewerbesteuer zahlen. Unabhängig vom Gewinn muss vom Freiberufler keine Bilanz erstellt, sondern lediglich eine Einnahmeüberschussrechnung (EÜR) abgegeben werden. Freiberufliche Tätigkeiten sind allerdings an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Es stellt sich also weniger die Frage, welche Rechtsform die bessere ist, als die der korrekten Auswahl für den jeweiligen Tätigkeitsumfang.

4. Die Unterschiede – die handwerkliche, die gewerbliche und die freiberufliche

Im Allgemeinen gehen Freiberufler kreativer, schöpferischer Arbeit nach. In der Regel fertigen sie Werke an, bevor sie einen konkreten Auftrag oder Käufer für dieses Produkt haben. Wichtig ist in diesem Fall, sich von vorneherein als Künstler zu positionieren, inklusive passender Internetpräsenz und Visitenkarten. Ein Beitritt in einen Berufsverband für Kunstschaffende ist der künstlerischen Anerkennung ebenfalls zuträglich. Typisch gewerbliche Termini wie Meisterbetrieb, Hochzeitsfotograf oder Fotostudio sollte man entsprechend vermeiden.

Als Fotograf sind die Grenzen in der Praxis aber in vielen Fällen nicht streng definierbar. Je nach Tätigkeit kann der Fotograf innerhalb eines Tages auch rein kreativ und gleichzeitig gewerblich tätig sein. In diesem Fall müssen die Einnahmen streng getrennt werden. Sind die Einnahmen nicht trennbar und stehen in direktem wirtschaftlichen Verhältnis zueinander, werden sie grundsätzlich als gewerblich gehandhabt.

Eindeutigkeit besteht nur hinsichtlich der Auftragsarbeit. Nimmt ein Fotograf Aufträge an, ist die Gewerbeanmeldung verpflichtend. In diesem Fall muss auch eine Eintragung bei der Handwerkskammer erfolgen, welche mit jährlichen Gebühren verbunden ist. Außerdem wird der gebührenpflichtige Beitritt in die „Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse“ fällig, die als berufliche Krankenversicherung agiert.

In weniger klaren Fällen sollten im Zweifel Tätigkeitsumfang genau beschrieben und Steuerberater beziehungsweise Finanzamt zur Beratung konsultiert werden.

5. Welche Ausrüstung ist Notwendig für die ersten Schritte?

Ein Computer zur Bildbearbeitung ist essentiell, aber bei den meisten Personen auch bereits vorhanden. An Programmen können auch zuerst kostenlose Alternativen (z.B. GIMP) verwendet werden, um monatliche Abonnements zu sparen. Auch die Kamera muss nicht direkt eine Top-Level Vollformatkamera sein, solange professionelle Bilder mit ihr möglich sind. Gebraucht findet man jedoch bereits sehr gute Spiegelreflexkameras, wie beispielsweise die Nikon D7000, ab ca. 400EUR auf ebay.

Für die Finanzierung von Ausrüstung und Kamera gibt es unterschiedlichem Wege. Es ist möglich einen Kleinkredit in Höhe von 400 Euro zum Beispiel bei Vexcash zu leihen. Größere Summen können durch einen Kredit für Selbstständige finanziert werden.

Fazit

Es ist kein Hexenwerk, sein eigenes Geld mit Fotografie zu verdienen. Schon etliche haben diesen Schritt geschafft, auch wenn das Gefühl anfänglicher Unsicherheiten erst überwunden werden muss. Mit dem Beachten der genannten Punkte können allerdings schon einige Stolperfallen umgangen werden und dem Start der eigenen Selbständigkeit steht nichts mehr im Wege!

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