Tödliches Blinddate mit Chatbekanntschaft verlief tödlich – jetzt startet der Prozess

Um den 23.06.2008 wurde eine Frau in Marl-Sinsen aufgefunden. Damals hieß es, die Frau habe sich mit einem 26-Jährigen Mann getroffen, den sie in einem Chat kennen lernte. Der Täter habe die Frau erstochen, weil es zu einem Streit gekommen sei.

Jetzt berichtet DerWesten über die Verhandlung vor dem Essener Landgericht.

Christian G – heute 27 Jahre alt – räumt die Taten zwar ein, sei aber für den Mord in Marl und einen weiteren in Stade nicht verantwortlich gewesen. Er habe lediglich anonyme Bekanntschaften für sexuellen Verkehr gesucht.

Den Mord in Stade am 05.06.2008 stellt G. als Unfall dar, bei dem er dem Opfer an die Kehle fasste und diese plötzlich leblos zu Boden stürzte. Sei Anwalt Siegmund Benecken aus Marl teilte mit: „Dies sei „ein Unglücksfall, und zwar in Form des Carotis-Sinus-Reflextodes“ gewesen“, so DerWesten.

Das Opfer in Marl habe ihn mit falschen Beschuldigungen verbal attackiert, wobei er die Augen Jesus gesehen haben soll und deshalb zu stach. Er sei fremdbestimmt gewesen, so die Erklärung des Täters.

Der Täter habe mit der Marlerin bereits am ersten Tag Sex gehabt und da diese Schulden gehabt haben soll, solle sie 400 Euro von G. verlangt haben.  Falls er nicht zahlen wolle, würde sie ihn wegen Vergewaltigung anzeigen.  Da seine Mutter von seinem Vater vergewaltigt worden sein soll, habe er rot gesehen und zugestochen.

Wie bei fast allen Anklagen wird nach den Gründen für derartige Taten gesucht. Auch in diesem Fall seien vor allem die familiären Verhältnisse entscheidend. Als Kleinkind im Heim und die Gewalttaten des Vaters haben dazu beigetragen, dass Christian G. Wahnvorstellungen habe.

Eine psychologische Begutachtung habe der Angeklagte bisher verweigert.

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