Hutschnurr platzt! Deutsche Bahn (DB) schuld!

Kürzer konnte ich die Überschrift nicht fassen. Was mir gestern erneut passiert ist, ist wirklich die Spitze des Eisberges!

Nicht, dass mir öfter schon der Zug vor der Nase ausgefallen ist, nein, jetzt konnte ich auch noch durch halb Wuppertal tingeln, um irgendwie nach Hause zu kommen! Es grenz schon an Unverschämtheit, was die Deutsche Bahn hier mit den Kunden uns Kunden macht.

Es fing alles ganz harmlos an am vergangenen Freitagmorgen. Im Büro schaute ich aus dem Fenster und regte mich innerlich über den leise rieselnden Schnee auf, der einfach nicht enden will. Noch gute gelaunt machte ich mich dann gegen 13.20 auf dem Weg nach Hause. In Gedanken schon dabei all meine Erledigungen für den Freitag zu planen.

Gemütlich und schnellen Schrittes lief ich dann quer durch die Innenstadt. Dort fuhr mir eine Schwebebahn vor der Nase weg. Kein Problem, dachte ich. Du hast ja noch etwas Zeit bis dein Zug am Bahnhof kommt. Schnell in die zweite Schwebebahn und ab zum Zug. Dort hörte ich dann schon die Durchsage der netten weiblichen Stimme: „Information zu S9 nach Bottrop um 13.33 Uhr. Dieser Zug fällt auf Grund einer frühren Verspätung heute leider aus!“ Ich finde, das „Leider“ könnte sich die Dame gerne sparen, denn sie muss ja nicht eine Stunde in eises Kälte auf den nächsten Zug warten. Ersatz in Form von Geld oder einer kleinen Anerkennung bekommt der Gast ja auch nicht. Für uns ist es einfach nur verlorene Zeit und eventuell die ein oder andere Erkältung. Weiter nun am Bahnhof: Nun stand ist da also und blickte gespannt auf die Anzeigetafel, in der Hoffnung, dass wenigstens meine Bahn Richtung Haltern fuhr. Ich scherzte noch mit einem anderen Fahrgast, und erzählte, dass das nicht die erste Bahn sei, die bei mir ausfällt und ich nicht weiß, wie ich nach Hause komme.

Als dann die Anzeigetafel anzeigte, dass auch diese Bahn ausfiel und die nette Stimme aus der Box mitteilte, dass der Zug auf Grund …. Blaaaaa Blaaaa Blaaaa…! Gefrustet lief ich den Bahnsteig entlang. Plötzlich teilte die Stimme mit, dass die S9 heute nur noch ab W-Vohwinkel abfährt. Bis HBF drang sie also gar nicht mehr vor. Aber wie sollte ich – Ortunkenntnis – zu diesem Bahnhofkommen??? dann fiel mir ein, dass die Schwebebahn dort hält und rannt kurzerhand dort hin. nach 20 Minuten endlich in Vohwinkel angekommen, konnte ich dann den Zugbahnhof suchen, der natürlich nicht an der Endstation der Schwebebahn zu finden ist.

Unsicher lief ich also los und fragte vorsichtshalber noch mal eine Passantin. Ich lief und lief und lief. Bald gab es auch kein Schild mehr in Richtung Bahnhof. Na toll, dachte ich. Plötzlich sah ich das S für S-Bahn und lief schnell die lange Treppe hoch. Oben angekommen suchte ich schnell den Fahrplan.

Völlig verzweifelt und den Tränen nah las ich, dass die S9 auf Gleis 12 oder 11 hält. Ich befand mich aber auf Gleich 4 und 5 und sehen konnte ich auch nur 3 und 2. Menno! Wo verdammt noch mal befindet sich jetzt dieser Bahnhof????

Ich lief zurück und rannte die Straße weiter hoch bis ich plötzlich Gleis 11 erreichte. Dort fuhr dann auch nach 5 Minuten Wartezeit die S9 Richtung Bottrop ein.

Wie sollte ich dann aber Richtung Haltern kommen, wenn die Bahn in Bottrop hält? Steige ich schon in Essen um in die Bahn nach Recklinghausen und dann mit dem Bus weiter nach Marl? Hmm, wenn ich dann aber die Anschlüsse nicht bekomme? Na dann warte ich eben in Bottrop auf die nächste bahn nach haltern. Wenn ich wegen der Kälte eine Erkältung bekomme, dann ist das eben so. Mir war in diesem Moment alles egal. Hauptsache ich käme endlich nach Hause.

Bis Essen-West lief dann alle fast perfekt. Doch dann blieb der Zug 10 Minuten stehen. Angekommen in Bottrop musste ich Gott sei Dank fuhr 5 Minuten auf den Anschlusszug warten, bis dieser dann erneut 10 Minuten vor Gelsenkirchen Buer stehen blieb. Glücklicherweise kam ich dann – nach drei Stunden Fahrt – in Marl an.

Ich konnte es an diesem Freitag einfach nicht glauben. Die Bahn wirbt mit Slogan wie: „Wir fahren bei jedem Wetter“, oder „Auf uns ist Verlass“. Davon habe ich in den letzten zwei Monaten aber leider nichts gemerkt. Schadenersatz sollte man fordern! Fahrkomfort sieht anders aus!

Ich werde das Ganze weiter beobachten. Es sollten mehr Konkurrenzunternehmen ansässig werden, um der Bahn – von der ja doch viele Arbeitnehmer abhängig sind – den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ein Fahrer war so sauer, dass so viele Bahnen ausgefallen sind, dass er brutal gegen den Vorstand vorgehen wollen würde. Naja, so extrem muss man ja nicht gerade vorgehen. Die Deutsche Bahn sollte sich aber dennoch mal überlegen, Alternativen für derartige Ausfälle anzubieten. Schließlich bezahlen wir viel Geld dafür, dass wir ihre Züge nutzen.

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