Vom Verständnis des Unverständnisses zwischen Mann und Frau

Ein Paar. Frisch verliebt. Kennt sich erst ein paar Monate. Das Kennenlernen ist schon sehr spannend. Wie reagieren er oder sie in bestimmten Situationen und wie wenn er/sie in bestimmten Situationen anders reagiere als ich? Jeder hat seine Erfahrung im Leben gemacht. Gute oder schlechte. Erfahrungen, die belasten und uns vielleicht unpassend reagieren lassen. Erfahrungen, die uns verändert haben. In einem bestimmten Lebensalter wissen wir sicher was wir wollen oder was eben nicht.

Kommunikation ist alles sagt die Wissenschaft. Heißt es nicht, du musst dein Publikum da abholen wo es steht? Du kannst nicht nicht kommunizieren. Jedes Wort, das wir sagen kommt an und wir können noch nicht mal beeinflussen wie.

Die Kommunikationstheorien von Wazlawik und Co sind bekannt, aber es ist schon sehr schwer, sich daran zu halten. In bestimmten Situationen objektiv auf das Gesehen zu gucken benötigt viel Selbstdisziplin. Versuchen wir es einmal:

Wenn der Zuhörer dort abgeholt werden soll, wo er steht, woher weiß ich denn wo er steht? In frischen, neuen Beziehungen wissen Mann und Frau oft nicht wo der andere steht. Welche Erfahrungen macht er oder sie? Wie kommt es bei dem Partner an, wenn ich bestimmte Dinge anspreche? Jeder möchte dem anderen nicht wehtun oder ihn/sie verletzten. Ist es ok, wenn ich das anspreche oder bekommt der Partner das Thema in den falschen Hals?

Im Privatleben ist die Theorie schwerer umzusetzen als im Berufsleben. Dort gehen die Dozenten oder Chefs von verschiedenen Rollen eines jeden Teilnehmers im Seminar aus. Es ist relevant, welche Schul- und Berufsausbildung er oder sie hat. Im Privaten geht es um Gefühle, Vertrauen und Empathie.

Frau und Mann sind von den Denkstrukturen unterschiedlich. Das ist bekannt. Sie macht sich sehr viele Gedanken über Gott, die Welt, wie sie anderen helfen kann, was dem Partner gut tut, wie sie ihn glücklich machen kann. Frau denkt einfach emotionaler. Sie interpretiert viel und je nachdem welche Erfahrungen sie in ihrem Leben gemacht hat, schließt sie Rückschlüsse. Diskussionen entstehen. Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Auch bei Männern kann das nicht anders sein. Auch sie ziehen Rückschlüsse aus ihren Erfahrungen, die mal positiv, mal negativ gewesen sind. Männer sind, im Gegensatz zu Frauen, in ihren Aussagen aber oftmals viel inhaltsgebundener. Es gibt ein schönes Bespiel vom Paul Wazlawik an der Ampel: Er sagt zu ihr: „Die Ampel ist rot.“ Und sie antwortet: „Fahr ich oder fährst du“. So einfach ist es im Privaten natürlich nicht.

Kommunikation ist in einer Beziehung das Wichtigste. Jeder sollte offen über seine Bedürfnisse sprechen. Auch wenn es hier schwer ist umzusetzen, denn Frauen machen sich gerne Gedanken über alles (Warum will er mich nicht sehen? Kann ich ihm das sagen, ohne dass er das negativ auffasst?…), sollte doch einfach alles angesprochen werden. Auch wenn es scheint, als würden einige Dinge Männer nicht interessieren, warum dann nicht einfach fragen? Auch das ist am Anfang schwer, denn Mann kann das Ansprechen eines Themas auch als Nörgeln auffassen und Frau möchte auf gar keinen Fall als Nörglerin hingestellt werden, denn sie weiß, dass Männer Frauen nicht mögen, die nur nörgeln.

Aber: Die eigenen Bedürfnisse müssen angesprochen werden, damit sich Zufriedenheit einstellen kann. Und Zufriedenheit ist der Schlüssel einer guten und liebevollen Partnerschaft.

Im Endeffekt ist es ja so: Wenn Mann und Frau (Oder Frau und Frau oder Mann und Mann) eine feste Partnerschaft wollen, dann müssen sie auch reden. Über alles! Auch dann, wenn es gerade in der Anfangsphase oft zu Missverständnissen kommt. Männer und Frauen sind sehr unterschiedlich in ihrer Denkweise und es ist schwierig sich in diese hinein zu versetzten. Aber niemand kann in den anderen hineinsehen und wir sollten lernen die Problematik zu verstehen und daran zu arbeiten. Demnach muss eine Basis aus Vertrauen und Empathie helfen diese abzubauen. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass beide das wollen. Ist es nur einseitig, macht es keinen Sinn. Dann war es aber auch nicht der richtige Partner.

Fakt ist: Männer und Frauen sind so und wir können es nicht ändern.

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